Das generische Maskulinum unterdrückt real-existierende Wirklichkeiten.
Das generische Maskulinum produziert Identität, wo Heterogenität ist und es unterdrückt Differenz.
Es ist nicht mehr zeitgemäß, wenn ich Inklusion und Wertschätzung von Diversität/Differenz/Vielfalt will. Das generische Maskulinum ist nicht differenz/diversitäts-sensibel genug für die heutige Zeit/Gesellschaft.
In einen Blog-Post habe ich das Nicht-Wissen über das Funktionieren von Sprache bemängelt und bereits auf die so genannte Linguistische Wende hingewiesen.
Die Linguistische Wende kritisiert den Sprach-Positivismus der Moderne.
Damit ist der Glaube/Mythos gemeint, dass Sprache als neutrales und objektives System Wirklichkeiten widerspiegelt.
Sprache ist jedoch weitaus mehr als nur ein objektives, ‘natürliches’, repräsentierendes (widerspiegelndes) System. Sprache ist auch:
- ein symbolisches, epistemologisches und semiotisches System
- eine kulturelle, performative und diskursive Praktik
Diese Erkenntnisse verdanke ich dem, was ich mit ‘Linguistischer Wende’ bezeichne.
Aus diesen Erkenntnissen leiten sich viele kritische und emanzipative Denk- und Handelsfelder ab:
Der feministische Poststrukturalismus, Differenz-Theorien, die Kritik an Repräsentationen (politics of representation), Gender Studies, Queer-Theorie, Post Colonial Studies und bestimmt noch sehr viel mehr interessante Dinge gehen mehr oder weniger aus der Linguistischen Wende hervor.
Mir gefällt ein Zitat des GenderKompetenzZentrums gut, das die Erkenntnisse über Sprache zusammenfasst:
Sprache ist nicht neutral. Sie ist wichtigster Teil des Symbolsystems einer Gesellschaft, in dem sich tradierte Werte und Normen widerspiegeln.
Soweit die kulturtheoretische Betrachtung.
Der Text auf dem Sprachlog – Frauen natürlich ausgenommen – liefert empirische Betrachtungen, die diese kulturtheoretischen Erkenntnisse über Sprache in der Praxis bestätigen.
Dass viele Menschen das nicht akzeptieren wollen/können/möchten, wundert mich.
Ein anderes Lieblingszitat von mir:
Laguage is also a place for struggle
(bel hooks)
Für 2012 wünsche ich mir, dass mehr Menschen über ihre Worte nachdenken und darüber, was sie tun, wenn sie sprechen.
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Der Text ist aus einem Kommentar entstanden, den ich auf dem Aus-Liebe-zur-Freiheit-Blog gepostet hatte:
- Komentar 88: Generisches Maskulinum, generisches Femininum
