Am 31.01.2012 machte die Bundesregierung und der sogenannte ‘Integrationsgipfel’-cum-Aktionsplan die mediale Runde; exemplarisch:
- RP-Online: Regierung will mehr Migranten bei Feuerwehr und Polizei
- ZDF – heute.de: Öffentlicher Dienst soll mehr Migranten einstellen
- Bild.de: Integrations-Gipfel – Staat will mehr Migranten einstellen
- dradio.de: Integrationsgipfel Mehr Migranten sollen im öffentlichen Dienst arbeiten
Was sagt mir der mediale und politische Diskurs?
Als ich guckte, was mir Wikipedia zu dem Suchwort ‘Inklusive Sprache’ liefert, wurde ich auf ‘Geschlechtergerechte Sprache’ weitergeleitet.
Dass Wikipedia ‘Inklusive Sprache’ gleichsetzt mit ‘Geschlechtergerechter Sprache’, finde ich problematisch bis falsch.
Speziell, wenn es um die Verwendung von Splittingformen geht (Doppelform, Schrägstrich, Klammer, Binnen-I (Binnenmajuskel)).
Das generische Maskulinum unterdrückt real-existierende Wirklichkeiten.
Das generische Maskulinum produziert Identität, wo Heterogenität ist und es unterdrückt Differenz.
Es ist nicht mehr zeitgemäß, wenn ich Inklusion und Wertschätzung von Diversität/Differenz/Vielfalt will. Das generische Maskulinum ist nicht differenz/diversitäts-sensibel genug für die heutige Zeit/Gesellschaft.
Leser fordert: Lasst das Binnen-I weg!
Ist zwar aus dem Jahr 2010, aber immer noch/wieder interessant. Speziell aufgrund der vielen Kommentare. Verlinkt war es in dem telepolis-Text:
- telepolis.de: Genderus phalliculosus ssp.
Der ist vom 30.12.2011 und beschäftigt sich mit Kuriositäten, die die Versuche Inklusiver Sprache hervorbringen.
Mir sind die kuriosen Bemühungen sympathischer, als das Festhalten an einer naiven Sprach/Schreib-Tradition.
Aber ich finde auch ein anderes Vorgehen interessant, das zum Beispiel die Bundesgeschäftsführerin der Piraten, Marina Weisband, in einem Vortrag anwendet: Nämlich die strikt männliche Form zu benutzen, sie aber mit weiblichen Bildern zu konterkarieren – also von „dem Politiker“ zu sprechen und dabei Folien von einer Frau zu zeigen.
Ich finde ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig/pädagogisch es sein kann, Dinge mal anders zu machen.
Vielleicht könnte die Piratin während des Vortrags noch Fahrrad fahren?
Mal wieder ein Bravo! für die Piraten…

